SURE: Successful Restoration and Rehabilitation Accompanying Infrastructural Interventions
Projekt im Rahmen des EU Programmes INTERREG IIIB / CADSES
Übersicht über das Projekt, Zusammenfassung der Projektziele Bernhard Krautzer (Projektkoordinator),
Höhre Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein
Hintergrund
Die Erschließung der Bergregionen für den Tourismus, der Ausbau der Infrastruktur (Verkehr, Elektrizität, Leitungsbau) und die Gewinnung von Rohstoffen im Tagbau verursachen eine Zerstörung hunderter Quadratkilometer Land in Europa. Als dringend sanierungsbedürftige ?Altlasten? des Braunkohleabbaus (wie z.B. in Ostdeutschland), warten riesige Flächen auf eine Rekultivierung. Zusätzlich sind in den Beitrittsländern und Ziel-1 Gebieten der EU große Investitionen in den Aufbau von Infrastruktur zu erwarten.
Ziele und Ausrichtung des Projektes SURE
Ziel dieses Projektes ist es, Erkenntnisse der angewandten Forschung und Erfahrungen der beteiligten Partner der letzten Jahre in die Praxis umzusetzen und den unmittelbar mit diesem Themenbereich befassten Personen und Institutionen zukommen zu lassen. Damit sollen Fehler der Vergangenheit zukünftig vermieden und ein zeitgemäßer Standard geschaffen werden. Dieser Standard soll nachhaltige Rekultivierung und Wiederherstellung unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte auch unter extremen Standortsbedingungen garantieren.
Eine nachhaltige Rekultivierung von Schipisten, Straßenböschungen und -begleitflächen sowie ehemaligen Tagbaugebieten soll eine gefällige, die Lebensqualität der Bevölkerung fördernde Landschaft mit entsprechendem ökologischem Wert zum Ziel haben. Eine ökologische Rekultivierung bzw. Wiederbegrünung mit standortsgerechtem Saatgut oder Pflanzenmaterial, verbunden mit verbesserten Applikationstechniken bringt zusätzlich eine Kostenersparnis wenn die speziell bei Verwendung von nicht dem Standort angepassten Samenmaterial anfallenden Folgekosten für Düngung und Erhaltungspflege mitberechnet werden. Standortsgerechtes Pflanzenmaterial bzw. Saatgut bringt (auch landwirtschaftlich genutzten Flächen) erhöhten ökologischen Wert und schafft die Voraussetzungen für die Etablierung von schützenswerten Pflanzengemeinschaften und die In-Situ-Erhaltung bedrohter Ökotypen.
Konkret werden drei Themenbereiche bearbeitet:
- Wiederherstellung von Steilflächen in hohen Lagen (speziell zwischen 1300 und 2400 msm)
- Die Rekultivierung zerstörter Standorte nach infrastrukturellen Baumaßnahmen
- Die Rekultivierung von ehemaligen Tagbaugebieten
Zu erwartende Ergebnisse
Als direktes, greifbares Ergebnis soll ein regionaler ?Action Plan? für nachhaltige Rekultivierung und Wiederbegrünung nach menschlichen Eingriffen entstehen, welches bereits durch im Rahmen des Projektes durchgeführten Workshops lokalen Entscheidungsträgern und Eigentümern betroffener Gewerbe (Schiliftbetreiber, Eigentümern von Tagbaubetriebe, Straßenbaugesellschaften...) zugänglich gemacht werden soll. Längerfristig werden entsprechende Publikationen erscheinen und eine Website erstellt und laufend betreut, über die die gewonnenen Erkenntnisse kommuniziert werden.
Nutznießer des Projekts zusätzlich zu den bereits genannten sind aber auch Landwirte durch eine verbesserte Qualität von Grünlandflächen, Saatzüchter und Firmen, die sich auf solche Wiederherstellungsprojekte spezialisiert haben sowie auch der Tourismus profitiert durch die Wiederherstellung / langfristige Erhaltung des Charakters der Landschaft.
Organisation des Projektes
An dem Projekt sind Institutionen aus 6 Ländern (inklusive Österreich) beteiligt. Die Bundesanstalt für Alpenländische Landwirtschaft Gumpenstein ist der Lead-Partner und hat damit die Gesamtkoordination des Projektes SURE zu erfüllen. Folgende Partner sind beteiligt:
- Bundesanstalt für Alpenländische Landwirtschaft Gumpenstein (Österreich)
- Kärntner Saatbau (Unternehmen zur Saatgutproduktion; Österreich)
- Hochschule Anhalt (Deutschland)
- MIBRAG mbH (Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH, Deutschland)
- Provincia di Pordenone, Settore Agricoltura Aziende Sperimentali Dimostrative (SAASD; Italien)
- National Agricultural Research Foundation, Institute for Soil Mapping and Classification (Griechenland)
- OSEVA PRO Ltd., Grassland Research Station Roznov - Zubri (Tschechien)
- GMARI Banska Bystrica - Grassland and Mountain Agriculture Research Institute (Slowakei)
Das Projekt ist in 6 Arbeitspakete (Work packages - WP) aufgeteilt, die jeweils über definierte Zwischenziele für die jeweiligen bearbeitenden Partner einen zielgerichteten Projektablauf erleichtern bzw. garantieren sollen. Jedes dieser Work packages hat ein spezielles Teilgebiet des Projektes zu bearbeiten und ist den entsprechenden Partnern bereits bei der Antragsformulierung zugeteilt bzw. mit den Partnern erarbeitet worden. Pflichtenhefte für die einzelnen "Packages" wurden bereits für den Projektantrag erstellt, diese wurden in der ersten Phase detailliert ausgearbeitet und untereinander abgestimmt.
- WP1: Wiederherstellung von Steilflächen in hohen Lagen (speziell zwischen 1300 und 2400 msm)
- WP2: Die Rekultivierung zerstörter Standorte nach infrastrukturellen Baumaßnahmen auf, trockenheitsbgefährdeten Standorten in tieferen Lagen
- WP3: Die Rekultivierung von ehemaligen Tagbaugebieten
- WP4: Eine Betriebswirtschaftliche Kostenrechnung und Bewertung
- WP5: Der Aufbau funktionierender Kommunikationsstrukturen sowie einer Webpage
- WP6: Die Verbreitung und Umsetzung der Projektziele und Ergebnisse